Luis Resto

HipHop vom Feinsten

 

Luis Resto begann seine Karriere als Keyboarder, wurde aber schon bald einer der erfolgreichsten Hip-Hop-Produzenten im Business. Er arbeitete unter anderem mit Eminem (er gewann einen Oscar als Co-Autor von Lose Yourself), The Game, 50-Cent und Tupac Shakur.

 

An welchen Produktionen hast du zuletzt gearbeitet und wie hast du sie aufgenommen?

Das waren 50-Cents The Massacre, für D-12 ein Song für das Adam-Sandler-Remake von The Longest Yard, das Soloprojekt von Bizarre (einem Mitglied von D-12), Eminems Encore, Tupac Shakurs Loyal to the Game. Alle wurden größtenteils mit Pro Tools im 54-Sound-Studio in Michigan aufgenommen.

 

Hast du bei diesen Projekten Melodyne benutzt? In welchen Songs, an welchen Stellen?

Ja. In 50-Cents Gatman and Robin gab es einige Dopplungen in Marshalls und 50s Strophen, die ich bearbeitet habe, damit sie sich besser in den Rest einfügen. Bizarres Soloprojekt hatte einige Hooklines, die wir melodisch ein wenig verbessert haben.

Bei Tupac Shakurs Song Don't You Trust Me mit Dido haben wir seine gesungene Zeile "... don't know if I can trust you" umgebaut, damit sie wie eine Antwort auf Dido klingt.

 

Wie hat Melodyne deine Arbeitsweise mit Audio-Dateien verändert?

Ich mache mir keine Gedanken mehr, ob sich der Charakter der Stimme oder des Instruments verändert, wenn eine Melodie richtig gestimmt wird. Wichtiger als das korrekte Tuning ist jedoch das Bewusstsein, dass man mit einer vorgegebenen oder nur angedeuteten Melodielinie alles machen kann. Egal, welche Vorstellung der Künstler hat, ich kann die Aufnahmen so manipulieren, wie er es will. Das ist fantastisch.

 

Wie ist dein Workflow mit Melodyne?

Die aktuelle Version ist besonders beeindruckend. Ich finde, der Algorithmus zur Tonhöhenerkennung und die Tools zur Tonhöhenabweichung sind jetzt besser und tolerieren noch eher ein in der Tonhöhe abweichendes Eingangssignal.

Wenn man die MelodyneBridge in Pro Tools nutzt, lässt es sich sehr komfortabel und intuitiv zwischen den beiden Programmen hin und her wechseln, um die Bearbeitungen innerhalb der Session zu vergleichen, ohne die Files importieren und exportieren zu müssen.

 

Was magst du am meisten an Melodyne?

Besonders mag ich, dass die Arbeit mit Melodyne so verständlich ist. Ich benutze es nicht, um etwas zu verbessern, sondern um Ideen zu entwickeln. Mit Melodyne kann man wählen zwischen absoluter Perfektion, wenn man sie will, und jedem beliebigen Grad von menschlicher Imperfektion, wenn es zum Song passt – das hat mich umgehauen. Ich kann Gesangspassagen so manipulieren, dass sich völlig andere Melodien ergeben, während der Stimmcharakter des Sängers genauso bleibt wie im Original.

 

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Luis Resto

 

Gilt die ihn umgebende Gesellschaft als maßgebend für einen Mann, so muss Songwriter und Oscar-Gewinner Luis Resto ein Prachtkerl sein. Von Aretha bis Eminem, von Patti Smith bis Tom Jones, von Paul Simon bis Iggy Pop, sie alle – und einige der berühmtesten Musiker der Welt mehr – haben von den unglaublichen kreativen Talenten dieses wegweisenden Keyboarders und Arrangeurs profitiert. 2003 wurde Restos musikalische Extraklasse mit seinem ersten Oscar für den besten Song ausgezeichnet.

 

Luis, ein Gründungsmitglied der 80er-Funk/Fusion-Band Was (Not Was), wurde von der Academy für Lose Yourself mit Ruhm überschüttet. Zwölf Wochen besetzte der phänomenale Hit, den er zusammen mit Eminem für den Film 8 Mile geschrieben und arrangiert hatte, die Position 1 der Pop-Charts. Alles in allem war Resto an acht Stücken des Soundtracks als Co-Autor tätig, bei drei weiteren als Co-Produzent. „Er ist ein Genie“, schwärmt der mehrfache Grammy-Gewinner und Top-Produzent Don Was über ihn. „Mit Luis habe ich zum ersten Mal jemanden getroffen, der den Synthesizer wirklich zu seinem Hauptinstrument gemacht hat. Das hat ihn zu einem radikalen Musiker gemacht, zu einem der Gründerväter eines komplett neuen Genres, das sich mit dem Schaffen impressionistischer Atmosphären beschäftigt. Und er kann wirklich jedes Instrument spielen. Er hat eine unglaubliche musikalische Tiefe zu bieten.“

 

Luis Resto wurde in Ann Arbor, Michigan, als jüngster Sohn einer puertoricanischen Familie geboren und von den musikalischen Vorlieben seiner drei älteren Brüder beeinflusst. Besonders von Mario, dessen ausgezeichnetes Gitarrenspiel ihn dazu veranlasste, im Alter von neun Jahren erste Klavierstunden zu nehmen, um ihn begleiten zu können. Die beiden spielten später in einigen High-School-Bands zusammen. Nachdem Luis seine Talente am berühmten Interlochen Center for the Arts weiter ausgefeilt hatte, stellte ihm ein früherer Klavierlehrer den musikalischen Köpfen von Was (Not Was) vor. Damals war er noch ein Teenager.

 

Seit sich die Gruppe im Jahre 1993 aufgelöst hatte, arbeitete Resto für Don Was als Studiomusiker. Zu ihren Kunden zählten Künstler wie Bonnie Raitt, Stevie Nicks, Herbie Hancock, die Highwaymen, Iggy Pop und sogar Bert Parks (für den Soundtrack zu The Freshman). Luis hat mit Detroiter Legenden wie George Clinton, Anita Baker, Earl Klugh und Gladys Knight aufgenommen, als Proben-Vokalist für Paul Simon gearbeitet, Modern-Dance-Stücke zusammen mit der New Yorker Choreografin Susan Marshall geschrieben, an der von Don Was gedrehten Dokumentation über Brian Wilson I Just Wasn’t Made for These Times mitgewirkt, Remixes für die Rolling Stones, Red Hot Chili Peppers und Madonna geleitet sowie mit der Patti Smith Group aufgenommen und als Co-Autor für deren My Madrigal fungiert.

 

Seine aktuelle Zusammenarbeit mit Eminem hat seine Begabung erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Als Songwriter und Co-Produzent für die Vorreiter urbaner Kultur wie 50-Cent, Jay Z, Nas und Obie Trice untermauert Luis Resto seinen Status und schreibt ein neues Kapitel der Musikgeschichte von Detroit.